My first „teaching gig“ / Mein erstes Training als „Trainer“

ENG:

Twelve years ago…

…I achieved the rank of a 6th kyu and was happy to simply train, receiving instructions, was scolded when I talked too much and moved like a pregnant yak (this somehow sounds sick, right?).

My then teacher Ricardo had to leave town for a week and asked me if I felt ready to prepare a class and lead it. I was honored and I wrote down three pages of a concept of what to do in accordance to his teachings. He just smiled and asked me if I was sure if I can arrange to bring that concept alive within two hours. I was pretty sure and he let me do it.

To the end of the day I just taught two things: how to do a zenpo kaiten and how to stand properly with a straight back, buttocks tucked in and align the knees and feet to the right position. I was somehow disappointed as I wanted to do so much more.

In retrospective it has shown my greatest weakness which is a missing understanding of the concept of patience. I learned from that but was glad that I did not have to teach anymore. A few years later he gave me and my buyu Marc some classes regulary to lead which was nice and great… but also difficult because there were some other higher ranked members who did not want to give classes and when they attended „my courses“ I had to call the shots.

Thomas and Ricardo set my path to keep going and in 2020 I run a dojo with quite a few members since 2011 with ups and downs, with sweat, hard work, frustrations and happiness. It may be wrong  but in a way I feel not only blessed but also proud of what I have achieved since then of what I have learned and still learn.

Most of all I learned three invaluable lessons:

  1. You don’t really teach… you keep on learning.
  2. I am still impatient and I learn to accept it
  3. Trust is one of the most important gifts a teacher can give you

P.S.: The guy on the picture just joined one training. I hope I did not destroy his image of becoming a Ninja. LOL

DEU:

Vor zwölf Jahren…

erhielt ich den Rang eines 6. Kyu und war froh, einfach nur zu trainieren, Anweisungen zu erhalten, wurde gescholten, wenn ich zu viel redete, und bewegte mich wie ein schwangerer Yak (das klingt irgendwie krank, oder?).

Mein damaliger Lehrer Ricardo musste für eine Woche die Stadt verlassen und fragte mich, ob ich mich bereit fühle, eine Klasse vorzubereiten und zu leiten. Ich fühlte mich geehrt, und ich schrieb drei Seiten eines Konzepts auf, was ich in Übereinstimmung mit seinem Training lehren wollte. Er lächelte nur und fragte mich, ob ich sicher sei, dass ich dieses Konzept innerhalb von zwei Stunden umsetzen könne. Ich war mir ziemlich sicher, und er ließ es mich tun.

Am Ende der Trainingsstunde lehrte ich nur zwei Dinge: wie man ein Zenpo-Kaiten macht und wie man mit geradem Rücken und eingezogenem „Popo“ richtig steht und die Knie und Füße in die richtige Position bringt. Irgendwie war ich enttäuscht, weil ich so viel mehr machen wollte.

Im Nachhinein hat sich meine größte Schwäche gezeigt, nämlich das fehlende Verständnis für das Konzept der Geduld. Ich habe daraus gelernt, war aber froh, dass ich nicht mehr unterrichten musste. Einige Jahre später gab er mir und meinem Buyu Marc regelmäßig einige Kurse zu leiten, was nett und großartig war… aber auch schwierig, weil es einige andere hochrangige Mitglieder gab, die das Training nicht übernehmen wollten, und wenn sie „meine Kurse“ besuchten, musste ich dann das Sagen übernehmen.

Thomas und Ricardo ebneten meinen Weg, um weiterzumachen. In diesem Jahr 2020 leite ich ein Dojo mit einigen Mitgliedern; seit 2011 mit Höhen und Tiefen, mit Schweiß, harter Arbeit, Frustrationen und Freude. Es mag falsch sein, aber in gewisser Weise fühle ich mich nicht nur gesegnet, sondern auch stolz auf das, was ich seitdem erreicht habe, auf das, was ich gelernt habe und immer noch lerne.

Vor allem habe ich drei unschätzbare Lektionen gelernt:

  1. Man lehrt nicht wirklich… man lernt immer weiter.
  2. Ich bin immer noch ungeduldig und ich lerne, es zu akzeptieren.
  3. Vertrauen ist eines der wichtigsten Geschenke, die ein Lehrer Ihnen machen kann

P.S.: Der Herr auf dem Bild hat nur dieses eine Training im Dojo teilgenommen. Ich hoffe, ich habe seine Hoffnungen ein Ninja werden zu können nicht zerstört. LOL

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